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Wirtschaftsförderung der Stadt Rüsselsheim legt Bericht vor: Vernetzung von Forschung und Unternehmen ist Standortvorteil

Die Stadt Rüsselsheim hat in den vergangenen fünf Jahren intensiv an der Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gearbeitet und Unternehmen unterstützt, sich am Standort zu entwickeln. Das ist dem Bericht der Wirtschaftsförderung der Stadt Rüsselsheim am Main zu entnehmen, den der Magistrat der Stadt den Stadtverordneten vorgelegt hat. Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum zwischen 2015 und 2019 und enthält neben einem Lagebericht zur Wirtschaft und den Aktivitäten der Wirtschaftsförderung auch statistische Daten zum Wirtschaftsstandort.

"Rüsselsheim hat eine ganze Reihe von positiven Standortfaktoren wie die zentrale Lage, sehr gute Verkehrsanbindungen und schnelle Datenverbindungen zu bieten, die den Wirtschaftsstandort attraktiv machen. Als Stadt haben wir zudem die Vernetzung der lokalen Unternehmen untereinander und mit der Wissenschaft vorangetrieben, um unser Profil zu schärfen. Das bietet uns insbesondere bei Ansiedlungsprojekten, Bestandsentwicklungen und Gründungsprozessen Standortvorteile", sagt Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch.

Der Schwerpunkt der Wertschöpfungskette in Rüsselsheim lag im Berichtszeitraum 2015 bis 2019 weiterhin auf den Automotive-Sektor: Sechs Automarken, diverse Zulieferer und Dienstleister sind ansässig, viele Forschungsschwerpunkte befassen sich mit dem Thema Mobilität. Außerdem haben 54 Prozent der Arbeitsplätze einen Automotive-Bezug. Darüber hinaus haben sich weitere Branchen in Rüsselsheim etabliert. Dazu zählen die Branchen Medizintechnik, IT und Chemie. Auch das Handwerk wächst in Rüsselsheim stetig, so seien hier in den vergangenen zehn Jahren 200 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Auffällig ist der besonders hohe Anteil von Beschäftigten an wissensintensiven Dienstleistungen mit 24,4 Prozent, die nicht nur dem Automotive-Sektor, sondern allgemein der forschungs- und technologieorientierten Beratung zuzuordnen sind.

Die Ansiedlung wissensintensiver Dienstleistungen ist auch ein Ziel, das die Stadt für ihr künftiges Gewerbegebiet, der Eselswiese in Bauschheim, verfolgen will. "Bei dem 13,6 Hektar großen Gewerbegebiet handelt es sich um eines der größten Potenziale in der gesamten Rhein-Main-Region. Um die wertvolle Gewerbefläche bestmöglich zu nutzen, wurden auf Basis einer umfassenden Analyse und in Abstimmung mit Unternehmen, Wissenschaft und weiteren Akteuren wie dem Rüsselsheimer Gewerbeverein und Verbänden Zielgruppen für das Gewerbegebiet herausgearbeitet. Die Ansiedlung von Betrieben aus den Bereichen Wissensintensive Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung sowie innovativer Handwerksunternehmen hat das Potential, die vorhandenen Branchen weiter auszubauen", gibt Bausch einen Ausblick auf die Entwicklung der Flächen. Neben dem Gewerbegebiet Eselswiese entsteht mit der Motorworld Manufaktur auf 100.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche ein lebendiges Stadtquartier, in dem neben Wohneinheiten auch gewerbliche Einheiten vorgesehen sind. Hier ist die Wirtschaftsförderung in den Entwicklungsprozess integriert.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat sich zur Vernetzung von Unternehmen und Forschung in den vergangenen Jahren insbesondere bei Projekten mit der Hochschule Rhein-Main und dem Steinbeis Transferzentrum für Biopolymeranalyse und Biomedizinische Massenspektrometrie beteiligt. So hat die Wirtschaftsförderung die Hochschule 2017 dabei unterstützt, Fördergelder des Bundes für das Projekt Impact RheinMain einzuwerben. Damit sollen Strukturen gefördert werden, die für die Forschung an Innovationen aus den Bereichen Mobilität, Energie und Wohnen neben der Hochschule auch Unternehmen sowie die Zivilgesellschaft aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet einbindet. Hieraus hat sich unter anderem das hessische Cluster Smart Living (Vernetztes Wohnen - Wohnen von morgen) mit Sitz in Rüsselsheim entwickelt. Impact RheinMain und das Cluster Smart Living sollen langfristig die Kompetenz der Hochschule für Forschung und Lehre und die lokale Wertschöpfung erhöhen - beides zentrale Pfeiler für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes. Gemeinsam mit dem Steinbeis Transferzentrum hat die Stadt in den vergangenen Jahren mehrere internationale Workshops umgesetzt und somit renommierte Forschende und Unternehmen auf den Standort aufmerksam gemacht. Ein Teil der Workshop-Teilnehmenden bildet das Lehrkollegium für den 2019 an der Hochschule RheinMain neu eingerichteten Masterstudiengang Medizintechnik - eine wichtige Basis für die Fachkräfteverfügbarkeit in dieser Branche.

Neben der Vernetzung von Forschung und Wirtschaft hat sich die Wirtschaftsförderung der Stadt Rüsselsheim am Main aber auch für die Vernetzung der Unternehmen untereinander engagiert, unter anderem seit 2018 in den Veranstaltungsformaten "Fachgespräche" für bestimmte Branchen und "Standortinitiativen" für die Gewerbegebiete im Hasengrund und Blauer See. Zu den weiteren Aufgaben gehört die Initiierung und Koordinierung von Bestandsentwicklungs-, Ansiedlungs- und Gründungs- sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Auch hier hat die Wirtschaftsförderung einige Erfolge vorzuweisen. So expandierte Hyundai im Gewerbegebiet Blauer See 2019 mit der Eröffnung der Tochter Hyundai WIA Europe Technical Center, die Werkzeugmaschinen produzieren. Velodyn Lidar, ein Silicon-Valley-Unternehmen mit Produkten für optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen, hat seinen Europastandort 2015 in Rüsselsheim eröffnet. Zudem bietet die Wirtschaftsförderung mehrere Beratungsformate an, unterstützt bei der Fachkräftesuche und koordiniert für Unternehmen Anliegen in der Stadtverwaltung. Des Weiteren steht der Gründerservice der Wirtschaftsförderung Unternehmensgründenden für Gespräche zur Verfügung und vermittelt weiterführende Kontakte in ein großes Netzwerk. So konnten erfolgreiche Gründungen in den vergangenen Jahren unterstützt werden. Neben der Kommunikation mit lokalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen steht die Wirtschaftsförderung auch in regem Austausch mit dem Rüsselsheimer Gewerbeverein, dem Kreis Groß-Gerau sowie der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer. Bei Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekten kooperiert die Wirtschaftsförderung eng mit der Hessen Trade & Invest GmbH, der FrankfurtRheinMain GmbH sowie mit der Wirtschaftsförderung des Kreises Groß-Gerau.

Quelle: Stadt Rüsselsheim am Main