Wege aus der Krise: IHK-Vollversammlung beschließt Forderungspapier an Politik und Verwaltung

IHK-Darmstadt | Foto: Achim Weidner

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar beschloss in ihrer virtuellen Sitzung Anfang März ein Zukunftspapier mit dem Titel „Wege aus der Krise / Re-Start aus dem Lockdown“. Darin sind sechs Forderungen an Politik und Verwaltung herausgearbeitet, die der Wirtschaft aus der Krise helfen sollen. Um die Unternehmen zu unterstützen, weitet die IHK auch ihre Angebote für die von den coronabedingten Schließungen stark betroffenen Branchen aus.

„Unsere jüngste Konjunkturumfrage aus dem Februar unterstreicht, was Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer selbst täglich erleben: Die Wirtschaft kämpft und der Lockdown frisst sich durch alle Branchen“, sagte IHK-Präsident Matthias Martiné in der Vollversammlung, in der auch die aktuellen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern heftig diskutiert wurden. „Die Folgen der Pandemie sind noch lange nicht überwunden, deshalb haben wir in einem Papier sechs Forderungen an die Politik herausgearbeitet, die der Wirtschaft aus der Krise helfen sollen“, so Martiné.

Klare Öffnungsstrategie

An erster Stelle steht eine klare Öffnungsstrategie für die Wirtschaft und eine funktionierende Test- und Impfstrategie. „Sie ist Grundvoraussetzung, um in geordneten Schritten zu mehr Normalität zu gelangen. Das gilt auch für weite Teile der Industrie. Nur mit sicherer Impfung wird es absehbar möglich sein, unsere Stärken auf den Exportmärkten ausspielen zu können“, sagte Martiné.

Eigenverantwortung der Unternehmen stärken

Als weitere Forderung nannte er die Stärkung der Eigenverantwortung der Unternehmerinnen und Unternehmen. „Unternehmen müssen Teil der Lösung sein. Statt pauschal ganze Branchen zu schließen und dann Überbrückungshilfen auszuzahlen, sollte in Zukunft ermöglicht werden, dass Unternehmen in neueste Technik und Hygienekonzepte investieren können“, so der IHK-Präsident.

Mehr Innovationen, weniger Bürokratie

Er forderte auch „mehr Innovation und weniger Bürokratie“ und verwies auf das Zukunftspaket der Bundesregierung aus dem letzten Sommer. „Vor allem die Maßnahmen in den Zukunftstechnologien müssen schnell und konsequent vorangetrieben werden: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, neue Antriebstechnologien, Wasserstoffstrategie und Klimatechnologien“, zählte Martiné auf. Eine innovative Region wie Darmstadt Rhein Main Neckar mit ihrem ohnehin sehr hohen Gründerpotenzial kann davon nur profitieren.

Öffentliche Investitionen

Ein weiterer Punkt sind die öffentlichen Investitionen insbesondere auf kommunaler Ebene. „Wenn es gelingt, Investitionen und andere Aufträge auf allen staatlichen Ebenen zu steigern, wird dies ein maßgeblicher Beitrag sein, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Dazu gehören klassische Bauaufträge, aber auch Investitionen in digitale Infrastruktur wie der Glasfaserausbau“, so Martiné.

Innenstädte der Zukunft und Investitionen in Berufsorientierung

„Die Innenstädte der Zukunft gestalten“ und „Investitionen in Bildung und Berufsorientierung steigern“ sind weitere Forderungen im IHK-Papier. „Die Bereitschaft der Jugendlichen, eine Ausbildung zu machen, ist aktuell weiter gesunken. Das ist sicher darauf zurückzuführen, dass Schule nur im Notbetrieb stattfinden konnte und die wichtige Berufsorientierung ausgeblieben ist. Hier muss dringend etwas passieren“, so der IHK-Präsident. Die IHK hat deswegen ihre Angebote zur Berufsorientierung bereits ausgebaut. „Wo möglich und nötig, bieten wir sie digital an. Zudem helfen wir Azubis, Wissenslücken aus Corona mit speziellen Prüfungsvorbereitungskursen zu füllen.“

Beratungsangebot der IHK wird ausgeweitet

Um die Unternehmen auf ihrem Weg aus dem Lockdown gut zu unterstützen, kündigte Martiné für dieses Jahr auch „ein möglichst branchenspezifisches, aber in die Breite wirkendes Beratungsangebot“ der IHK vor allem für kleine und mittlere Unternehmen an. Im Mittelpunkt stehen die sehr gebeutelten Betriebe aus Handel, Gastronomie, Hotelbranche und dem Veranstaltungsbereich. Um neue Märkte zu erschließen, sollen auch die Informationen im Bereich Außenhandel ausgeweitet werden. Green Deal und die Zukunft der von der Corona-Pandemie mitgenommenen Innenstädte und Ortszentren sind weitere Schwerpunkte für dieses Jahr. Für letztere wird die erfolgreiche Kampagne „Heimat shoppen” erneut durchgeführt. Im vergangenen Jahr nahmen mehr als 20 Kommunen aus Südhessen daran teil. In diesem Jahr soll die Aktion auf ganz Hessen ausgeweitet werden.

Hintergrund: Die IHK-Vollversammlung

Die Vollversammlung ist das Entscheidungsgremium der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar: 74 gewählte Unternehmerinnen und Unternehmer vertreten fünf Jahre lang in dem Parlament der Wirtschaft die rund 65.000 Mitgliedsunternehmen aus der Region. Gleichberechtigt legen Kleinunternehmen, mittelständische Betriebe und große Konzerne unterschiedlicher Branchen die Ziele und Richtlinien der IHK-Arbeit fest. Mehr dazu unter www.darmstadt.ihk.de (Nummer 5023834 im Suchfeld eingeben)

Kategorie: Allgemein
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